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39,50  20 Paar

Reinraum-Handschuhe (auch Reinraumhandschuhe oder Cleanroom Gloves) sind speziell für den Einsatz in kontrollierten Fertigungsumgebungen entwickelte Schutzhandschuhe. Sie verhindern die Kontamination durch Partikel, Keime und chemische Rückstände und schützen sowohl das Produkt als auch den Träger. Reinraum-Handschuhe unterscheiden sich von herkömmlichen Labor- oder Medizinhandschuhen durch ihre aufwendige Nachreinigung, dokumentierte Partikelabgabe, niedrige Endotoxinwerte und die Verpackung unter definierten Reinraumbedingungen (ISO 4 bis ISO 5). Sie sind unverzichtbar in der Pharmazie, Halbleiterindustrie, Biotechnologie, Medizintechnik und Optik.

Bei HEIN Reinraum finden Sie ein umfassendes Sortiment an sterilen und nicht sterilen Reinraum-Handschuhen aus Nitril, Latex, Neopren (Polychloropren), Polyisopren und Nylon – geprüft für ISO-Reinraumklassen 3 bis 9 und GMP-Grade A bis D. Alle Handschuhe sind puderfrei, nachgereinigt und werden mit vollständiger Chargendokumentation geliefert. In unserem hauseigenen Labor testen wir Handschuhe zusätzlich nach Ihren individuellen Anforderungen – zum Beispiel auf Chemikalienbeständigkeit, Permeationszeiten oder ESD-Eigenschaften.

Welche Reinraum-Handschuhe gibt es? – Materialien im Überblick

Die Wahl des richtigen Handschuhmaterials hängt von der Reinraumklasse, der Anwendung und den individuellen Anforderungen ab. Jedes Material hat spezifische Vor- und Nachteile hinsichtlich Tragekomfort, Chemikalienbeständigkeit, Partikelabgabe und Allergiepotenzial.

Nitril-Reinraumhandschuhe

Nitrilhandschuhe sind der am häufigsten eingesetzte Handschuhtyp im Reinraum. Der synthetische Kautschuk (Nitrilbutadien, NBR) ist latexfrei und damit frei von Naturlatex-Proteinen, die Typ-I-Allergien auslösen können. Nitril-Reinraumhandschuhe zeichnen sich durch eine geringe Partikelabgabe, hohe Reißfestigkeit, sehr gute Chemikalienbeständigkeit und hervorragende Passform aus. Sie sind in steriler und nicht steriler Ausführung erhältlich und eignen sich für Reinraumklassen von ISO 3 bis ISO 9 sowie GMP A/B bis C/D. Viele unserer Nitrilhandschuhe sind zusätzlich beschleunigerfrei (Accelerator-free), was das Risiko einer Typ-IV-Allergie eliminiert.

Latex-Reinraumhandschuhe

Latexhandschuhe bestehen aus Naturkautschuk und bieten ein hervorragendes Tastempfindungsvermögen sowie hohe Elastizität – ideal für feinmotorische Arbeiten in Pharmazie und Biotechnologie. Der Nachteil: Naturlatex enthält Proteine, die bei sensibilisierten Personen allergische Reaktionen auslösen können. Reinraum-Latexhandschuhe sind puderfrei und nachgereinigt, um die Partikel- und Proteinbelastung auf ein Minimum zu reduzieren. Sie sind für Reinraumklassen ISO 5 bis ISO 9 und GMP C/D geeignet.

Neopren-Reinraumhandschuhe (Polychloropren)

Neoprenhandschuhe kombinieren die Vorteile von Latex (hohe Elastizität, guter Tragekomfort) mit der Latexfreiheit von Nitril. Sie bieten eine hohe Durchstichfestigkeit und Chemikalienbeständigkeit und eignen sich besonders als Handschuhe in aseptischen Bereichen (GMP A/B). Sterile Neopren-Reinraumhandschuhe werden häufig als Über- oder Unterziehhandschuh eingesetzt und sind für Reinraumklassen ab ISO 5 zertifiziert.

Polyisopren-Reinraumhandschuhe

Polyisoprenhandschuhe sind synthetische Alternativen zu Naturlatex. Sie bieten ein nahezu identisches Tastgefühl und eine hautähnliche Elastizität – ohne das Allergierisiko von Naturkautschuk. Polyisopren-Reinraumhandschuhe eignen sich für hochsensible Anwendungen in der Pharmazie und Medizintechnik und erreichen ein Sterilitätssicherungsniveau (SAL) von 10⁻⁶.

Nylon- und ESD-Handschuhe für den Reinraum

Nylon-Strickhandschuhe mit PU-Beschichtung (Polyurethan) werden als Mehrweg-Reinraumhandschuhe in Bereichen eingesetzt, in denen elektrostatische Entladung (ESD) kritisch ist – etwa in der Halbleiter- und Elektronikfertigung. ESD-Handschuhe mit Carbon- oder Kupferfasern leiten elektrostatische Ladungen kontrolliert ab und verhindern so Schäden an empfindlichen Bauteilen. Sie sind für Reinraumklassen ISO 6 bis ISO 9 und GMP C/D geeignet.

Isolator-Handschuhe

Isolatorhandschuhe aus CSM (Chlorsulfoniertes Polyethylen), EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) oder Butylkautschuk sind speziell für den Einsatz in pharmazeutischen Isolatoren und Containment-Systemen konzipiert. Sie bieten höchste Chemikalienbeständigkeit, UV-Stabilität und Temperaturbeständigkeit (bis 130 °C) und können bis zu 60 Autoklavierzyklen standhalten.

Reinraum-Handschuhe nach ISO- und GMP-Klassifikation

Die Auswahl des richtigen Handschuhs richtet sich maßgeblich nach der Reinraumklasse gemäß ISO 14644-1 und der GMP-Einstufung gemäß EU-GMP Annex 1. Die ISO-Norm klassifiziert Reinräume anhand der maximal zulässigen Partikelkonzentration pro Kubikmeter Luft (ISO 1 = reinste Klasse, ISO 9 = geringste Anforderung). GMP-Grade (A bis D) ergänzen dies um mikrobiologische Anforderungen und Prozessvalidierung.

ReinraumklasseGMP-GradEmpfohlener HandschuhtypSterilitätTypische Anwendung
ISO 3–4GMP A/BSterile Nitril- oder Neoprenhandschuhe, Accelerator-freeSterilAseptische Abfüllung, Sterilherstellung, Isolatoren
ISO 5GMP A/BSterile Nitril-, Neopren- oder PolyisoprenhandschuheSterilPharmazeutische Sterilproduktion, Medizintechnik
ISO 6–7GMP C/DNicht sterile oder sterile NitrilhandschuheSteril / Nicht sterilPharma-Supportbereiche, Biotechnologie, Optik
ISO 8–9GMP DNicht sterile Nitril- oder NylonhandschuheNicht sterilVerpackung, Elektronikfertigung, allgemeine Reinräume

Worauf kommt es bei Reinraumhandschuhen an?

Partikelabgabe und Reinheit

Reinraum-Handschuhe werden nach der Herstellung aufwendig nachgereinigt – durch Chlorinierung und Dekontamination mit deionisiertem Wasser. Die Partikelabgabe (Particle Count), Endotoxinwerte, Ionenrückstände und nicht-flüchtige Rückstände (NVR) werden chargenspezifisch dokumentiert. Achten Sie beim Vergleich von Handschuhen nicht nur auf Produktdatenblätter, sondern fordern Sie Analysenzertifikate von mindestens drei verschiedenen Chargen an, um ein belastbares Bild der tatsächlichen Reinheit zu erhalten.

Sterilität und Sterilitätssicherungsniveau (SAL)

Sterile Reinraum-Handschuhe werden nach der Reinigung zusätzlich sterilisiert (meist durch Gammabestrahlung) und in einer kontrollierten Reinraumumgebung (ISO 4–5) verpackt. Das Sterilitätssicherungsniveau (SAL) gibt die Wahrscheinlichkeit an, dass ein einzelner Handschuh nach der Sterilisation noch lebensfähige Mikroorganismen trägt – der Standard in der Pharmazie liegt bei SAL 10⁻⁶.

Chemikalienbeständigkeit

Für Anwendungen mit Desinfektionsmitteln, Zytostatika, Lösungsmitteln oder aggressiven Chemikalien ist die Permeationsbeständigkeit entscheidend. Die Normen EN ISO 374-1 (Typ A bis C) und EN 16523-1 definieren Prüfverfahren und Klassifikationen. Unser hauseigenes Labor testet Handschuhe gezielt auf Ihre spezifischen Chemikalien und spricht individuelle Produktempfehlungen aus.

ESD-Schutz (Elektrostatische Entladung)

In der Halbleiter- und Elektronikfertigung ist die kontrollierte Ableitung elektrostatischer Ladungen essenziell. ESD-fähige Reinraumhandschuhe nach EN 1149 und EN 16350 verhindern unkontrollierte Entladungen und schützen empfindliche Bauteile vor Beschädigungen.

Tragekomfort und Passform

Reinraum-Handschuhe werden oft über Stunden getragen. Eine gute Passform, hohe Elastizität und Atmungsaktivität sind daher entscheidend für die Akzeptanz beim Personal und die Einhaltung der Tragepflicht. Handspezifische Modelle (Links/Rechts) bieten eine ergonomischere Passform als beidhändig tragbare Handschuhe.

Reinraum-Handschuhe richtig anziehen – Das Zwei-Handschuh-System

In vielen pharmazeutischen Reinräumen der GMP-Grade A und B wird ein Zwei-Handschuh-System eingesetzt: Ein Unterziehhandschuh (z. B. Nitril, orange) dient als erste Barriere und wird durch einen sterilen Überziehhandschuh (z. B. Neopren oder Nitril, weiß) ergänzt. Die Signalfarbe des Unterziehhandschuhs macht Beschädigungen des Überziehhandschuhs sofort sichtbar. Das Anziehen erfolgt nach einem definierten SOP (Standard Operating Procedure) unter aseptischen Bedingungen.

Normen und Zertifizierungen für Reinraum-Handschuhe

  • ISO 14644-1:2015 – Klassifizierung der Luftreinheit in Reinräumen (ISO 1–9)
  • EU-GMP Annex 1 (2022) – Anforderungen an die Herstellung steriler Arzneimittel (Grade A–D)
  • EN ISO 374-1:2016+A1:2018 – Schutzhandschuhe gegen Chemikalien (Typ A, B, C)
  • EN ISO 374-5:2016 – Schutz gegen Mikroorganismen und Viren
  • Verordnung (EU) 2016/425 – Persönliche Schutzausrüstung (PSA), Kategorie III
  • EU-Richtlinie 93/42/EWG / MDR 2017/745 – Medizinprodukte-Verordnung
  • EN 421:2010 – Schutzhandschuhe gegen ionisierende Strahlung und radioaktive Kontamination
  • EN 1149 / EN 16350 – Antistatische Eigenschaften / ESD-Schutz
  • EN 16523-1:2015+A1:2018 – Permeation durch Chemikalien
  • ISO 16604:2004 – Schutz gegen Kontakt mit Blut und Körperflüssigkeiten

Warum Reinraum-Handschuhe von HEIN Reinraum?

  • Umfassendes Sortiment: Sterile und nicht sterile Handschuhe aus Nitril, Latex, Neopren, Polyisopren und Nylon für alle Reinraumklassen (ISO 3–9, GMP A–D)
  • Hauseigenes Testlabor: Individuelle Prüfungen auf Chemikalienbeständigkeit, Permeationszeiten und ESD-Eigenschaften nach aktuellen Normen
  • Chargenspezifische Dokumentation: Analysenzertifikate mit Partikelabgabe, Endotoxinwerten und Rückstandsmessungen
  • Persönliche Fachberatung: Unterstützung bei der Auswahl des richtigen Handschuhs für Ihre spezifische Anwendung und Reinraumklasse
  • Bemusterung: Kostenlose Muster zum Testen in Ihrer Arbeitsumgebung
  • Schnelle Verfügbarkeit: Lagerware und Sonderbeschaffung über unseren 24/7-Online-Shop

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Reinraum-Handschuhen

Was sind Reinraum-Handschuhe?

Reinraum-Handschuhe sind speziell entwickelte Schutzhandschuhe für den Einsatz in kontrollierten Umgebungen (Reinräumen). Sie werden nach der Herstellung aufwendig nachgereinigt, dekontaminiert und unter Reinraumbedingungen verpackt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Labor- oder Medizinhandschuhen weisen sie eine dokumentiert niedrige Partikelabgabe, geringe Endotoxinwerte und minimale chemische Rückstände auf.

Welches Material ist das beste für Reinraum-Handschuhe?

Das beste Material hängt von der Anwendung ab. Nitril ist der vielseitigste Allrounder mit hoher Chemikalienbeständigkeit und ohne Allergierisiko. Latex bietet das beste Tastgefühl für feinmotorische Arbeiten. Neopren kombiniert Elastizität mit Latexfreiheit und eignet sich für aseptische Bereiche. Polyisopren ist die latexfreie Alternative mit nahezu identischem Tragekomfort. Für ESD-kritische Bereiche sind Nylon-Carbon-Handschuhe die richtige Wahl.

Welche Reinraum-Handschuhe brauche ich für ISO 5 / GMP A?

Für ISO-Klasse 5 und GMP-Grad A/B werden sterile, puderfreie Reinraum-Handschuhe aus Nitril oder Neopren empfohlen, die beschleunigerfrei (Accelerator-free) sind. Diese Handschuhe haben eine minimale Partikelabgabe, sind chargenspezifisch dokumentiert und erfüllen die strengen Anforderungen des EU-GMP Annex 1 für aseptische Prozesse.

Was ist der Unterschied zwischen sterilen und nicht sterilen Reinraum-Handschuhen?

Sterile Reinraum-Handschuhe werden nach der Nachreinigung zusätzlich sterilisiert (z. B. durch Gammabestrahlung) und paarweise in steriler Verpackung geliefert. Sie erreichen ein Sterilitätssicherungsniveau (SAL) von 10⁻⁶ und sind für GMP A/B-Bereiche vorgeschrieben. Nicht sterile Reinraumhandschuhe sind nachgereinigt und partikelarm, aber nicht sterilisiert – sie eignen sich für GMP C/D-Bereiche und allgemeine Reinraumanwendungen.

Sind Reinraum-Handschuhe latexfrei?

Nicht alle Reinraum-Handschuhe sind latexfrei. Handschuhe aus Nitril, Neopren und Polyisopren sind latexfrei und enthalten keine Naturlatex-Proteine, die Typ-I-Allergien auslösen. Latex-Reinraumhandschuhe aus Naturkautschuk sind weiterhin erhältlich und werden aufgrund ihres überlegenen Tastgefühls in bestimmten Anwendungen bevorzugt. Bei bekannter Latexsensibilisierung sollten ausschließlich latexfreie Modelle verwendet werden.

Was bedeutet „Accelerator-free" bei Reinraum-Handschuhen?

„Accelerator-free" bedeutet, dass bei der Vulkanisation des Handschuhmaterials keine chemischen Beschleuniger (z. B. Thiurame, Dithiocarbamate) eingesetzt wurden. Diese Beschleuniger können Typ-IV-Allergien (Kontaktallergien) auslösen. Beschleunigerfreie Handschuhe bieten daher ein minimales Allergierisiko und sind besonders für Mitarbeiter mit empfindlicher Haut oder bekannter Kontaktallergie geeignet.

Wie oft müssen Reinraum-Handschuhe gewechselt werden?

Die Wechselfrequenz hängt von der Reinraumklasse, dem Prozess und den internen SOPs ab. In GMP A/B-Bereichen werden Handschuhe in der Regel nach jeder aseptischen Tätigkeit oder mindestens alle 30–60 Minuten gewechselt und desinfiziert. In GMP C/D-Bereichen kann das Wechselintervall länger sein. Grundsätzlich gilt: Bei sichtbarer Beschädigung, nach Kontakt mit kontaminierten Oberflächen oder bei Verlassen des Reinraums ist ein sofortiger Wechsel erforderlich.

önnen Reinraum-Handschuhe autoklaviert werden?

Einweg-Reinraumhandschuhe sind nicht für die Autoklavierung vorgesehen. Mehrweg-Isolatorhandschuhe aus CSM oder Butylkautschuk sind hingegen autoklavierbar und halten je nach Modell bis zu 60 Autoklavierzyklen stand. Die Sterilisierbarkeit und maximale Zyklenanzahl ist im jeweiligen Produktdatenblatt dokumentiert.

Was ist der Unterschied zwischen einem Reinraumhandschuh und einem Laborhandschuh?

Reinraumhandschuhe und Laborhandschuhe basieren auf den gleichen Grundmaterialien, unterscheiden sich aber in zwei wesentlichen Punkten: Erstens durchlaufen Reinraumhandschuhe eine aufwendige Nachreinigung (Dekontamination mit deionisiertem Wasser, Chlorinierung), um Partikel, Puderrückstände und chemische Verunreinigungen zu minimieren. Zweitens werden sie unter kontrollierten Reinraumbedingungen (ISO 4–5) verpackt und mit chargenspezifischer Dokumentation zu Partikelabgabe, Endotoxinen und Rückständen geliefert. Ein Laborhandschuh ohne diese Nachbearbeitung ist nicht für den Einsatz in klassifizierten Reinräumen geeignet.

Welche Normen gelten für Reinraum-Handschuhe?

Reinraum-Handschuhe müssen je nach Einsatzgebiet verschiedene Normen erfüllen: ISO 14644-1 (Reinraumklassifizierung), EU-GMP Annex 1 (pharmazeutische Herstellung), EN ISO 374-1/-5 (Chemikalien- und Virenschutz), Verordnung (EU) 2016/425 (PSA Kategorie III), EN 421 (Strahlenschutz) sowie EN 1149/EN 16350 (ESD-Schutz). Für den Kontakt mit Blut und Körperflüssigkeiten gilt zusätzlich ISO 16604. Die konkrete Normkonformität ist auf dem jeweiligen Produktdatenblatt und den Analysenzertifikaten dokumentiert.